St.Margrethen · Geschichte

Burg Grimmenstein

Heute thront die Ruine Grimmenstein als friedliches Wahrzeichen über dem Rheintal. Doch im späten Mittelalter war die um 1250 erbaute Festung Schauplatz wilder Fehden, tragischer Schlachten und der Raubzüge eines berüchtigten Freiherrn – bis erboste Städte der Schreckensherrschaft im Jahr 1416 ein radikales Ende setzten.

Blick durch den Torbogen der Burgruine Grimmenstein
Blick durch den Torbogen der Burgruine Grimmenstein, St.Margrethen — 1940 Kat.-Nr. S-0547

Der Stammsitz der Herren von Grimmenstein

Wer die Geschichte von St. Margrethen ergründen will, kommt an dem bewaldeten Hügel der Burg Grimmenstein nicht vorbei. Die Festung wurde vermutlich um das Jahr 1250 erbaut und im Jahr 1254 erstmals urkundlich erwähnt. Als Lehen der Abtei St. Gallen war sie zunächst der Stammsitz der hochangesehenen Herren von Grimmenstein. Als dieses Geschlecht im Jahr 1315 in männlicher Linie ausstarb, ging die Burg durch Heirat an die Freiherren von Enne über.

Die Ritter von Enne und die Schlacht bei Sempach

Die neuen Herren, die ursprünglich aus dem Südtirol stammten, brachten ordentlich Unruhe und Bewegung ins Rheintal. Die Chronisten beschreiben sie als kriegs- und abenteuerlustige Ritter. Einer von ihnen, Wilhelm von Enne, zog im Jahr 1386 an der Seite der Habsburger in die legendäre Schlacht bei Sempach gegen die Eidgenossen – und kehrte nie wieder in seine Rheintaler Heimat zurück; er blieb tot auf dem Schlachtfeld.

„Vom stolzen Rittersitz zum Schlupfwinkel für Raubritter – und im Jahr 1416 von erbosten Städtern dem Erdboden gleichgemacht.“

Das dramatische Ende der Raubritterburg

Ihr dramatisches Schicksal ereilte die Burg schliesslich im frühen 15. Jahrhundert unter Freiherr Georg II. von Enne. Dieser hatte sich zu einem gefürchteten Raubritter entwickelt, dessen unerbittliche Plünderungen und Raubzüge die umliegenden Städte und Handelswege so schwer schädigten, dass sich die geplagten Bürger zusammenschlossen. Im Jahr 1416 verbündete sich die Stadt Konstanz mit anderen schwäbischen Städten: Sie zogen gemeinsam vor die Burg und rissen die stolze Festung Grimmenstein als Vergeltung bis auf die Grundmauern nieder.

Der Übergang an die Stadt St. Gallen

Der ruinierte und hochverschuldete Freiherr Georg musste seinen Besitz nach dem Verlust der Festung schliesslich verkaufen. Im Jahr 1418 erwarb die Stadt St. Gallen die Güter und herrschaftlichen Rechte. Fortan verwaltete ein städtischer Vogt die Ländereien direkt aus der nahegelegenen „Vorburg“, die von der Zerstörung verschont geblieben war. So endete die Ära der Ritter von Grimmenstein endgültig – und aus der einstigen Trutzburg wurde die geschichtsträchtige Ruine, die uns noch heute fasziniert.

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